Wat’n Malöör! Schenierliches op’n Oktoberfest in München

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Ünnerwegens in Polen

Der NDR hatte seine Hörer aufgefordert plattdeutsche Geschichten zu einem vorbestimmten Thema einzuschicken. 3x habe ich daran teilgenommen. Meine „Vertellse“ sind nicht gesendet worden, also veröffentliche ich sie hier 🙂

Alle twee Johren sünd wi mit dann Posaunenchor vun
St. Petri un Pauli in Bardörp na Polen ünnerwegens. Dormit de Bus vull ward föhrn Ehefruuns und de Ehemänners vun de Bläsers und Lüüd ut de Gemeen, as unser „Fanclub“ mit
Eenmol güng de Reis na Masuren un dat anner Mol innen Süden no Breslau, Krakau und in de Hoge Tatra mit Zakopane.
Wie nennt dat, een beeten grootmuhlig, „Konzertreise“. Doarbi bloost wie ja nur inne evangelschen Karken to Gottesdeensten.
As wie vun Sünnobend op Sünndag in Bresslau wärn, har de lütte Karkenchor vun de Marktkirche sien föfftigjähriges Dschubiläum.
Breslau is Bischopsitz för de Evangelen in Polen un de Marktkirche is so to seggen, de „Petersdom“ för de Gemeen.
Uns Dirigent Georg hätt, as he de Reis affsnackt har mit denn Bischop, affmookt dat wie us dat Konzert am Sünnobend Obend mit all de veelen Chöre ut de ganze Gegend anhörn wöllt un Sünndag toon Festgottesdeenst dann de Leeder to beglieden und vörher und achterran noch wat to speelen.Dat wär een groote Sook, dat Konzert mit de veelen Sängers. Se hebbt ehr scheunen Trachten antrocken un kunnen fein singen un musiziern.
Am Sünndag wärn wie nu drann. Wie stunnen op de Orgelempore und hefft uns instimmt. Eene wunnerbore Akustik gifft dat in düsse groote, neoklassizistische, witt und gulden utmoolte Kark.
De Fruuns un Mannslüd vun Güstern sind ok all door und „den leev God sien Bodenpersonal“, de Bischop un siene Preesters, hebbt an Altar Platz nohmen. Un ook unser Fanclub drückt doar ünnen de harten Karkenstöhle. Anne Orgel sitt een lütten, drallen Fruunsminschen. Se is ganz ut Grünberg mit de Iesenbohn anreist. Se snackt Dütsch un datt op dat breiteste Ostpreußisch wat ehn sick denken kunn. Se heet Helene un is, wat wie beim Snacken mit ehr glieks marken doot, een liebenswertes Original. Ünner us hebbt wie se „de fromme Helene“ döfft.
Dat wür een scheuner Gottesdeenst un user Bloosen hätt good klappt. Man vun de Predigt, de de Bischop holen hett, hebbt wie nix mitkreegen, weil, he snackt jo Polnisch.
Also hät sick Georg to de Orgelfruu up de Bank hensett un mit ehr plachandert. Se hät heel veel to vertellen un user Georg ist ook grood nich op’n Muul fullen.
As dat inne Kark up mol still ward, schubbst de fromme Helene unsen Georg vun de Bank und secht to em:„Ach main Chottchen nu saacht er schon Amen… je wääch ich muß aarbaiten!“ No denn Gottesdeenst gifft dat eenen Empfang un wie sind ook inlood. Als user „Fanclub“ op de fromme Helen dropen deit, secht se: „Waas, ihr jeheert auch zu die da?… naa daas is vielaicht aine Baande!“ De Bischop bedankt sick so frünndlich, as he jo sien mütt, bi us vör dat scheune Bloosen. Un achteran vertellt uns Helene, dat se vun em noch’n „Anschiß“ kreegen hät:„Ich hätt, chaad er jesaacht, bei „Nun Daanket aalle Chott“ faalsch ainjesätzt!“
Wie hebbt noch veel beleeft op düsse Polenreis. und in de lütten, armen, evangelschen Gemeenden Kontakt hat to Dütsche, de no dann verdammigen Kreeg hier bleben sünd. Abers de fromme Helene, de hebbt wie in unsere Harten sluten un so vun „Ünnerwegens“ mit no Huus bröcht.

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Fierobend

Bi us in de Plattenhus-Siedlung för „utbombte Hamburger“ levte ganz för sick alleen son olen, griesgrämigen Opa. Sien Goarn wär em sien Een un Allens. Blots mit us Görn wär he opn Kriegsfoot.
Opa Mecklenborg har dat abers ook nich licht mit us. Wi verkruupen us mennig mol achter sien Tuun un reepen em een Spottriemel no:
„Mecklenborg, de Opa, pinkelt op‘n Sofa!“
Foorts greep he sick een Schüffel un neiht achter us her. Wi löpen no alle Sieden ut een anner. He hett uns nie nich tofooten kreegen.
Doch: De Rache, de is seut!

Blank bi sien Tuun güng een Padd bargdool to‘n Tante Emma Laden vun Rosa Reinholtz.
Un düsse Padd is in Winter us Rodel- un Glitschbohn wesen. De oolen Lüüd möten vörsigtig bi Siet an Opa Mecklenborg sien Tuun lang gohn un sick an‘n Maschendroht fastholn.
Un wi glitschen und schlittern mit Puhei den Barg hendool. Ümmer un ümmer wedder.
Abers nu har Opa Mecklenborg sien grooten Optritt:
In de een Hann de Aschkasten und in de annere siene Plattschüffel. Wie de Buur int Freujohr smitt he in wieden Bogen de bruune Asche op use blanke Isbohn.
Un jummers reep he daarbi: „Fierobend mit de Glitscheree… Fierobend…“
Nu wär dat uut mit us Rodelbohn in düssen Winter.
Ick heff em dat nich vergeeten!

Und as im Sommer an eben düssen Tuun, siene Sünnbloomen in Reech un Gleed stohn harn, heff ich se all afneiht. Und bi jeden Slag mit mienen Knüppel hebb ick liesen brummelt: „Fierobend… Fierobend… Fierobend“
Blots, dat hett min Moder seihn un hört. Se har mi de Büxen rünner trocken un mi öbers Knee leggt un bi jedeen „Platsch“ utroopen:
„Fierobend is!“
Ick heff noch hüüt, wenn ick dat Wuurt hören do,
son ganz blömerantes Geföhl im Buuk.

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Rita meent: Ingrid sall dat säggen. Slut

Dat wär Negenteinsöbenunnegentig, as wie noch good to Padd wärn und wie in Urlaub op dat sponsche Eiland La Gomera wesen sünd.
Een Woch wannern med een Föhrer und een Woch up eegen Fuust.
De Wannergesellschop wär internatschonal und de mehrsten wärn Hollandslüüd. Und wie hefft heel veel Spoß met jemm hatt. Besonners met Rita un Jos ut usen Hotel. Rita is son lütten Fruunsminschen, de mutt jümmers twee Schrittens mooken, wenn ehr Jos eenmol too pett har. Obers, sä lätt sick nich ünnerkregen: „Immer Steppche for Steppche“ wär ehr Schnack op de wieden, kröppeligen Pads inne Bargen vun La Gomera.
User Wannerföhrer heet Chris und wer son grooten, utmergelten, langhoorigen Öberblebenden vun de Hippies. He is in Oostfreesland boorn und hett sick hier op dat Eiland een lütt Huus buut un will hier bleeben un verdeent sick sine Groschen mit dat Rumkraxeln mit de Touris.
He wär‘n ganz ümsichtigen, fründlichen Minschen, hätt blonde Lodens und een enormen Riechkolben int Gesicht. Chris hätt jümmers ohle utfranste, affsnedene Jaens an und sin Hemd wär eegentlick nur noch watt vör de Wildnis, aber dat mookt jo nix, wie wärn jo ook nur up Wannerschaft.
Tschä, und nu kümmt’s:

Am Enn vun de Wannerwoch sünd wie alle inlood toon Pailla-Eeten innen Hotel wo de Wannervereen siene Geschäftssteel hätt. Jedeen kreegt een groote, bunte Urkunde, wo oppsteiht wie een heeten doot und dat wie ganz düchtige Wannerslüd sünd. Und wann das west is und…is jo allens nur Jux un Dolleree. Wie hefft uns alle fien mookt, dat hätt Chris extra vörher seggt Und ook he hätt sienen fienen Zwürn antrocken. So ne enge, utwuschen Jeans vun Levis. Und son knallbuntes Hemd wo wie fröher Buschhemd too seggt hebbt. Tschä und dat Hemd dat hätt he inne Büx steeken und dat kuckt nu ut dann Duubenslag wedder rut.
Dat köönt wie alle good seihn, denn he steiht vörn am Disch un verdeelt jo de Urkunden und jedeen vun uns mutt nach vörn gohn und he drückt uns de Pooten und die Urkunde inne Hann.
Use Fruunsminschen sünd am Glucksen un wölln een utmaken, de Chris dat säggen sull, ober nümms woogt sick dat.
Und denn hebbt se doch een funnen: Mine leeve Fruu!
Rita hätt op eenmol dat Wuurd ergreepen und de Fruun hebbt de Köpp tosoomensteeken. Und dann hätt sä Wuurdwürdlick sächt:
„Det Ingridche mit ihr liebe Omagesicht. die kan Chris das gut sagen!“ Jo, Ingrid hätt em dat sächt! Ganz liesen und beeten pienlich wär dat ook.

Tschä… und?
Chris hätt dat Hemd rinsteeken und dann Zipp vun Rietzversluss hochtrocken,
beeten verlegen utn Fenster gluubscht
und dann dat Glas mit mit dann Rotwin hochholln un verkünndt:
„So, nu treckt dat ok nich mehr!“

Mit diesem Urlaubserlebnis schließe ich meinen  Ausflug ins Niederdeutsche und hoffe ihr habt ein bißchen Spaß daran, wie ich beim Schreiben. LG. Hannsel

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